Lady Diana

Am 6. Februar 1981 machte Charles Diana auf Windsor Castle einen Heiratsantrag. Später erzählte Diana Andrew Morton: „Es war, als hätte er mich zur Pflicht gerufen – dass ich hinausgehen und mit dem Volk arbeiten solle.“ Tina Brown hingegen hält es für „völlig ausgeschlossen“, dass Diana in jenem Moment an Pflichterfüllung dachte. Dianas Bruder Charles Spencer bestätigte, seine Schwester habe so glücklich ausgesehen wie noch nie und offensichtlich seelische Erfüllung gefunden. Frances Shand Kydd war die Einzige in Dianas Umfeld, die ernste Bedenken äußerte. Eine enge Freundin von Frances Shand Kydd enthüllte, letztere habe alles unternommen, um Diana von der Heirat mit Charles abzubringen, da sie Parallelen zwischen der Beziehung ihrer Tochter und ihrer ersten Ehe mit John Spencer gesehen hätte. Außerdem sei Frances Shand Kydd gegen die Verlobung gewesen, weil sie glaubte, ihre Mutter Ruth Fermoy hätte die Angelegenheit beeinflusst. Diese dementierte diese Gerüchte.

Am 24. Februar 1981 gab der Buckingham Palace die offizielle Verlobung des Paares bekannt. Als Charles und Diana an diesem Tag von der BBC interviewt wurden, antwortete Prinz Charles auf die Frage, ob er verliebt sei: „Was auch immer verliebt sein bedeutet. Die Interpretation überlasse ich Ihnen.“ Diese Einschränkung sollte ihn fortan verfolgen, doch seine Bemerkung wurde in keiner der Zeitungen, die über die Sendung berichteten, abgedruckt. „Offenbar wollte niemand den Zauber stören“, urteilt Tina Brown. Diana wählte einen Verlobungsring im Wert von 30.000 Pfund Sterling, der mit vierzehn Diamanten und einem Saphir in der Mitte verziert worden war. Aufgrund der öffentlichen Aufmerksamkeit, die ihr nun zuteil wurde, beschäftigte sich Diana zwanghaft mit ihrem Aussehen. Es begann eine bulimische Episode, so dass sie zwischen März und Juli 1981 über sechs Kilogramm abnahm. Die Krankheit sollte später chronisch werden.

Ein weiteres Problem stellte außerdem Dianas Eifersucht auf Camilla Parker Bowles dar. Kein Mitglied der Königsfamilie konnte Charles’ Beziehung zu Camilla Parker Bowles gutheißen, doch Elisabeth II. gehörte Tina Brown zufolge einer Generation an, in der man eheliche Untreue entschlossen ignorierte. Dies gelang Diana jedoch nicht, und ihre Bulimie verstärkte sich.

In den späten 1980er Jahren bereits zerbrach Dianas Ehe mit Prinz Charles. Diana litt weiterhin unter Bulimie und Depressionen. Über ihren Gesundheitszustand hatte es in der Öffentlichkeit jahrelang Spekulationen gegeben.

Aus einem Interview

Dann hörte man, Sie hätten Bulimie.
Ja, das stimmt. Ich hatte mehrere Jahre lang Bulimie, und das ist ja eine Art geheime Krankheit. Man fügt sich das selber zu, weil man sich schlecht fühlt und weil man meint, dass man keinen Wert hat. Man füllt den Magen vier -, fünfmal am Tag, manchmal sogar öfter, und man fühlt sich gut. Das ist, als würde einen jemand umarmen, aber das hält nur eine gewisse Zeit an. Und dann ekelt man sich vor seinem gequollenen Bauch, übergibt sich. Und das wiederholt sich immer wieder — eine Zerstörung des eigenen Ichs. Es war ganz normal für mich, nach Hause zu kommen und zum Kühlschrank zu gehen. Es war ein Symptom dessen, was sich in meiner Ehe abspielte. Ich weinte, ich schrie um Hilfe, aber mit den falschen Signalen. Und die Leute bezeichneten meine Bulimie als Etikettenfehler: Diana ist labil. Doch mein Mann und ich, wir wollten die Öffentlichkeit nicht enttäuschen. Und natürlich gab es in unseren vier Wänden viele Ängste.

Zwischen Ihnen beiden?
Ja.
Haben Sie bei irgendwelchen anderen Mitglieder der Königlichen Familie Hilfe gesucht?
Nein, nein. Wenn man Bulimie hat, schämt man sich für sich selber. Man hasst sich. Man bespricht das nicht mit anderen Menschen. Das Tückische ist, dass man weder zu- noch abnimmt. Man kann so tun, als wäre alles ganz normal.

Hat auch der Druck der Presse Ihre Krankheit beschleunigt?
Das hat das alles sehr schwer gemacht. Da war ein Ehepaar im gleichen Job. Mein Mann hat geredet, ich habe die Hände geschüttelt. Doch als mein Mann sagte, wir sollten unterschiedliche Verpflichtungen wahrnehmen, war ich traurig, weil ich gern mit ihm zusammen war.

Sie klingt gehetzt, atemlos, wie begierig darauf, endlich ihre Seite des königlichen Albtraums zu erzählen, der ihr Leben war: Prinzessin Dianas geheime Tonbandaufnahmen wurden in der Nacht zum Freitag (Ortszeit) zum ersten Mal auf dem US-Sender NBC ausgestrahlt. Der Inhalt ist nicht neu, den hat ihr britischer Biograf Andrew Morton bereits 1992 in dem Bestseller "Diana, ihre wahre Geschichte" veröffentlicht. Aber fast sieben Jahre nach ihrem tödlichen Autounfall in Paris aus dem Munde der zutiefst unglücklichen Lady Di von quälender Eifersucht, Bulimie und Selbstmordversuchen zu hören, ist erneut schockierend.

"Ich habe versucht, mir die Handgelenke mit Rasierklingen aufzuschneiden", hört man Diana in fast sachlichem Ton sagen. "Ich war einfach so verzweifelt." Ständige Selbstmordgedanken und krankhafte Bulimie, die sie selbst während ihrer ersten Schwangerschaft mit Prinz William nicht in den Griff bekam, waren vergebliche Versuche, die Aufmerksamkeit ihres Ehemanns zu erlangen. Denn der hatte sich schon bald nach der Eheschließung wieder seiner früheren Geliebten Camilla Parker-Bowles zugewandt.

Das Herz aus dem Leibe geweint

"Ich habe mir aus Einsamkeit das Herz aus dem Leibe geweint", schildert Diana ihre Situation. Nach einem Streit warf sie sich sogar einmal eine Palast-Treppe herunter, "im vollen Bewusstsein, dass ich schwanger war". Auf ihn machte das jedoch ihrer Aussage nach keinen Eindruck. "Ich wurde abgefertigt, einfach abgefertigt", sagt sie bitter.

 


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